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Wirtschaftsförderung WIFNews Der IFF-Preis enthüllt seine neun Finalisten

Der IFF-Preis enthüllt seine neun Finalisten

Neun Freiburger Unternehmen sind im Rennen um die drei Auszeichnungen des IFF-Preises 2026–2027 (Innovation Fribourg Freiburg). Von der Halbleiterfertigung über biologische Analysen bis hin zu künstlicher Intelligenz und Abfallverwertung decken ihre Projekte ein breites Spektrum an Branchen und Anwendungen ab. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 11. November bekannt gegeben. Ab heute ist die Öffentlichkeit eingeladen, unter den drei Finalisten des IFF-Preises Start-up ihren Favoriten zu wählen.

Die 18. Ausgabe des IFF-Preises, die vom Staat Freiburg über die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg (WIF) und von der Freiburger Kantonalbank (FKB) organisiert wird, stiess mit 40 Bewerbungen auf grosses Interesse – eine mehr als 2024. Die 14-köpfige Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Hochschulen, Innovation und Verwaltung kam mehrmals zusammen, um die Bewerbungen zu prüfen. Neun Unternehmen wurden ausgewählt, jeweils drei in den Kategorien Enterprise, Start-up und Sustainability. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 11. November bekannt gegeben.

«Was mich an dieser Auswahl besonders beeindruckt, ist die Vielfalt der Projekte und vor allem ihrer Anwendungen. Unsere Unternehmen sind in so unterschiedlichen Bereichen innovativ wie der Chipherstellung, dem Gesundheitswesen, dem Energiemanagement oder den Baumaterialien. Einige entwickeln Spitzentechnologien, andere finden neue Wege, um bestehende Ressourcen zu nutzen. Diese Vielfalt zeigt, dass Innovation nicht auf eine Branche oder eine Technologie beschränkt ist: Sie entsteht auch durch neue Ansätze zur Lösung konkreter Probleme», betont Staatsrat Olivier Curty, Volkswirtschaftsdirektor und Präsident der Jury.

IFF-Preis Enterprise: von der Industrie bis ins Labor

Drei Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen bewerben sich um den IFF-Preis Enterprise. In Flamatt entwickelt Comet hochpräzise Technologien, die insbesondere in der Halbleiterindustrie zum Einsatz kommen. In Freiburg will Elionova biologische Analysen vereinfachen und beschleunigen, während Polytype, Spezialistin für industrielle Drucktechnologien, an Druckköpfen arbeitet, die ihre eigenen Fehler erkennen können.

IFF-Preis Start-up: drei Technologien, drei Herausforderungen

Von der digitalen Transformation über den Schutz vor Drohnen bis hin zur Energieeffizienz bewegen sich die drei Finalisten des IFF-Preises Start-up in ganz unterschiedlichen Bereichen. In Freiburg entwickelt Oxadi Instrumente, mit denen Unternehmen die Auswirkungen ihrer digitalen Transformation auf ihre Mitarbeitenden messen können. In Surpierre setzt Volatorix auf integrierte künstliche Intelligenz, um feindliche Drohnen abzufangen. YORD, ebenfalls mit Sitz in Freiburg, nutzt KI, um die Beheizung von Gebäuden zu optimieren und deren Energieverbrauch zu senken.

IFF-Preis Sustainability: Ressourcen besser nutzen

Die drei Finalisten des IFF-Preises Sustainability verfolgen unterschiedliche Ansätze, um die Umweltauswirkungen unserer Aktivitäten zu reduzieren. In Le Mouret entwickelt FLOW Meyer eine Lösung, mit der Hanfstroh lokal zu Rohstoffen für verschiedene Branchen verarbeitet werden kann. In Freiburg bietet Liip eine Methode zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Websites und Webanwendungen an, die über deren reinen ökologischen Fussabdruck hinausgeht. In Rue schliesslich verarbeitet UHCS Property Kunststoffabfälle zu wiederverwendbaren und recycelbaren Bauelementen.

Das Publikum wählt sein bevorzugtes Start-up

Ab heute ist die Öffentlichkeit eingeladen, den Gewinner des mit 30’000 Franken dotierten IFF-Preises Start-up zu wählen. Die Publikumswahl läuft bis zum 8. November, wobei pro Mobiltelefonnummer nur eine Stimme abgegeben werden kann. Drei Videoclips stellen die Innovationen der Finalisten vor und helfen bei der Wahl. Unter allen Teilnehmenden werden von der Freiburger Kantonalbank gestiftete Preise verlost: ein Sparkonto mit einem Guthaben von 1000 Franken sowie 25 × 2 Tageskarten für die Freiburger Bergbahnen. Die Videos und alle Informationen zur Publikumswahl sind auf voting.prixiff.ch verfügbar.

Preisverleihung am 11. November

Die Preisträgerinnen und Preisträger der drei Kategorien werden am Mittwoch, 11. November 2026, anlässlich der Preisverleihung bekannt gegeben. Die Veranstaltung wird live auf La Télé in einer zweisprachigen deutsch-französischen Sendung übertragen. Der IFF-Preis Start-up ist mit 30’000 Franken dotiert, die IFF-Preise Enterprise und Sustainability mit je 10’000 Franken.

Bei dieser Ausgabe wird zudem erstmals die mit 10’000 Franken dotierte Carbon Fri-Auszeichnung vergeben, mit der ein besonders vorbildliches Projekt im Bereich der Dekarbonisierung gewürdigt wird. Jedes mit einem IFF-Preis ausgezeichnete Unternehmen erhält ausserdem eine ganzseitige Publireportage in gedruckter und digitaler Form, offeriert von der Tageszeitung La Liberté.

 

Die 3 Finalisten des IFF-Preises Enterprise

Comet AG, Flamatt, www.comet.tech
Hochpräzise Technologie für die Mikrochips von morgen

Die Herstellung neuer Generationen von Mikrochips erfordert eine präzise Steuerung von Plasmaprozessen im Nanometerbereich. Mit Synertia® hat Comet eine Hochfrequenzplattform entwickelt, mit der sich die Energiezufuhr innerhalb von Mikrosekunden steuern lässt. Dadurch können Materialschichten auf atomarer Ebene gezielt abgeschieden oder entfernt werden. Die Plattform vereint Generatoren, Anpassungsnetzwerke und intelligente Software in einem integrierten System. Das verbessert die Prozessstabilität, erhöht die Fertigungsausbeute und steigert die Ressourceneffizienz. Synertia® ist auf dem Markt und bei Kunden im Einsatz. Die Plattform befindet sich derzeit in der für die Halbleiterindustrie typischen Qualifizierungs- und Einführungsphase.

Elionova AG, Freiburg, www.elionova.com
Biologische Analysen in Minuten statt Stunden

Viele biologische Analysen dauern oft Stunden und erfordern zahlreiche Schritte. Elionova hat mit ElioDX eine Plattform entwickelt, die solche Analysen um ein Vielfaches schneller, einfacher und effizienter macht. Anders als klassische Tests wird die Reaktion in Echtzeit erfasst und liefert quantitative Ergebnisse innerhalb von Minuten. Die Plattform kombiniert Gerät, Einwegtests und digitale Auswertung. Sie eignet sich für Forschung, Biotechnologie, Lebensmittel- und Prozessanalytik sowie Human- und Veterinärdiagnostik und wird bereits von ersten zahlenden Kunden eingesetzt. Elionova trägt damit dem wachsenden Bedarf an schnellen, dezentralen und zugleich hochpräzisen Testmöglichkeiten Rechnung.

Polytype AG, Freiburg, www.polytype.com
Druckköpfe, die ihre eigenen Störungen erkennen

Im industriellen Digitaldruck kann bereits der Ausfall einer einzigen Düse die Produktionsqualität beeinträchtigen. Gemeinsam mit den Instituten iPrint und iSIS der HTA-FR hat Polytype eine Technologie entwickelt, die die piezoelektrischen Elemente der Druckköpfe gleichzeitig als Aktuatoren und Sensoren nutzt. Durch die Analyse ihrer elektrischen Signale lässt sich der Zustand jeder Düse in Echtzeit überwachen. So können Störungen erkannt und künftig auch Ausfälle vorhergesagt werden. Die Technologie ebnet den Weg für eine intelligente Wartung und reduziert unnötige Austausche, Tintenverluste und Ausschuss. Sie wurde bereits bei einem Industriepartner erfolgreich validiert und befindet sich derzeit in der Industrialisierung.

Die 3 Finalisten des IFF-Preises Start-up

Oxadi AG, Freiburg, www.oxadi.ch
Digitale Achtsamkeit für mehr Wirksamkeit

Unternehmen investieren massiv in Digitalisierung und KI, verfügen jedoch über wenige Indikatoren, um deren Auswirkungen auf Mitarbeitende und Organisation zu messen. Digitox wurde in Freiburg entwickelt und verfolgt einen systemischen Ansatz, um menschliche Fähigkeiten im KI-Zeitalter zu erhalten. Die Lösung begleitet Mitarbeitende vertraulich und macht anonymisierte Daten als organisationale Indikatoren nutzbar. Die bereits breit eingesetzte Methode zeigt, was menschliche Fähigkeiten stärkt oder schwächt, und hilft, das Arbeitssystem gezielt weiterzuentwickeln.

Volatorix GmbH, Surpierre, www.volatorix.ch
Eine integrierte KI zur Abwehr feindlicher Drohnen

Angesichts der zunehmenden Verbreitung kostengünstiger Drohnen entwickelt Volatorix GAISO, eine souveräne KI an Bord, die feindliche Drohnen autonom abfangen kann, um Menschen und kritische Infrastrukturen zu schützen. Sie steuert AMBRO, eine Abfangdrohne, die Geschwindigkeiten von über 500 km/h erreicht, und kombiniert dabei die visuelle Verfolgung beweglicher Ziele mit autonomer Navigation ohne GPS – auch bei Störsignalen. Die für eine ganze Drohnenfamilie einsetzbare Technologie soll den Bedarf an Infrastruktur und spezialisierten Piloten sowie die Anschaffungs- und Betriebskosten senken. Sie basiert auf Forschungsarbeiten der HTA-FR und richtet sich insbesondere an Armeen und Betreiber kritischer Infrastrukturen.

YORD AG, Freiburg, www.yord.ch
Gebäudeheizungen mit künstlicher Intelligenz optimieren

Das Heizen macht einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs von Gebäuden aus. Um diesen ohne Sanierungsarbeiten zu senken, hat YORD ein System entwickelt, das mithilfe künstlicher Intelligenz einen digitalen Zwilling des Gebäudes erstellt, sein thermisches Verhalten modelliert und den Wärmebedarf vorausschauend berechnet. Der Optimierer ist mit allen Gebäude- und Heizungstypen kompatibel und passt deren Betrieb automatisch und ohne menschliches Eingreifen an, während der gewünschte Komfort erhalten bleibt. In der Heizsaison 2025–2026 sparte die Lösung 4,19 GWh Energie ein. Dies entspricht einer Verbrauchsreduktion von 22,8 %, wobei bei einzelnen Gebäuden Einsparungen von bis zu 45 % erreicht wurden.

Die drei Finalisten des IFF-Preises Sustainability

FLOW Meyer, Le Mouret
Hanfstroh lokal zu nachhaltigen Materialien verarbeiten

Industriehanf wird in der Schweiz v.a. wegen seiner Samen angebaut, während Hanfstroh mangels geeigneter Verarbeitungsinfrastrukturen weitgehend ungenutzt bleibt. FibraTech, ein Projekt von FLOW, entwickelt eine Low-Tech-Lösung, mit der Hanfstroh im kleinen Massstab verarbeitet wird. Dabei werden die Fasern vom holzigen Teil des Stängels, den Schäben, getrennt. Beide Rohstoffe verfügen über grosses Potenzial und können anschliessend für die Herstellung von Geotextilien, Dämmstoffen, Baumaterialien oder Heizpellets eingesetzt werden. Die auf die Schweizer Landwirtschaft zugeschnittene Lösung soll eine lokale Wertschöpfungskette zwischen Landwirtschaft und Industrie schaffen und die Abhängigkeit von importierten Materialien reduzieren.

Liip AG, Freiburg, www.liip.ch
Eine Nachhaltigkeitsbilanz für Websites und Webanwendungen

Immer umfangreichere Websites und Anwendungen erhöhen den Verbrauch digitaler Ressourcen und können gleichzeitig Leistung und Barrierefreiheit beeinträchtigen. Mit Lowwwimpact entwickelt Liip ein Audit-Tool, das sich an den Nachhaltigkeitsempfehlungen des World Wide Web Consortium (W3C) orientiert. Im Gegensatz zu Ansätzen, die einzelne Aspekte der digitalen Nachhaltigkeit getrennt bewerten, bietet die Plattform eine 360°-Bilanz, die Umweltauswirkungen, Barrierefreiheit, Datenschutz und Governance abdeckt. Anschliessend gibt sie konkrete Empfehlungen zur Verbesserung digitaler Produkte. Das Ziel: ein Pendant zum Energieausweis für digitale Angebote zu schaffen und Ökodesign zu einem Standardbestandteil der Webentwicklung zu machen.

UHCS Property AG, Rue, www.uhcs.swiss
PET-Flaschen in Bausysteme verwandeln

UHCS verarbeitet PET-Abfälle, insbesondere aus Flaschen, zu leistungsfähigen modularen Bausystemen für nachhaltige, kreislauffähige Gebäude mit geringem CO₂-Fussabdruck. Die Technologie ermöglicht es, den mit Glasfasern verstärkten Recyclingkunststoff zu tragenden Strukturprofilen zu verarbeiten, die leicht, verrottungsfest und korrosionsbeständig sind. Die insbesondere für Wohnbauten sowie öffentliche und industrielle Gebäude bestimmten Elemente können demontiert, wiederverwendet und am Ende ihrer Lebensdauer recycelt werden. Die Technologie ist durch fünf Patentfamilien in mehr als hundert Ländern geschützt. 2025 wurde in Romont bereits ein Prototyp im Massstab 1:1 realisiert.

Der IFF-Preis: 35 Jahre Innovation

Der Innovationspreis des Kantons Freiburg wurde 1991 von der Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg (WIF) ins Leben gerufen und wird alle zwei Jahre verliehen. 2024 wurde er in IFF-Preis (Innovation Fribourg Freiburg) umbenannt. Mit dem Preis wurden bereits mehr als fünfzig Freiburger Unternehmen ausgezeichnet. Der von der WIF und der Freiburger Kantonalbank (FKB) gemeinsam organisierte Preis zeichnet innovative Projekte aus, die im Kanton entwickelt werden. Die wichtigsten kantonalen Medien – die Freiburger Nachrichten, wir Freiburg, Radio Freiburg, La Liberté, La Télé, La Gruyère und Frappg – sind Partner dieser Ausgabe. Weitere Informationen: www.iffpreis.ch.

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